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29.09.2015

RWE Aktien auf Talfahrt – Kreisvermögen in Höhe von 35 Mio. Euro vernichtet


Pressemitteilung der SPD Kreistagsfraktion

Nachdem die RWE Aktien schon in den letzten Jahren ständig an Wert verloren haben und die Dividendenzahlung von einst 4 auf 1 Euro pro Aktie gefallen ist, befindet sich der Aktienkurs in den letzten Wochen auf Talfahrt. Mit weniger als 10 € hat die Aktie seit dem Höchststand in 2007/2008 rund 90 % ihres einstigen Wertes verloren. „Das ist eine dramatische Entwicklung für den Kreis Ahrweiler, die aber von Seiten des Landrates und der Verwaltung weder öffentlich noch in den Gremien angesprochen wird", kommentiert Lorenz Denn die jüngste Entwicklung am Börsenmarkt. Gleichzeitig erinnert die SPD-Fraktion, dass Landrat und CDU vor Jahren die Chancen vertan haben die Kreisfinanzen deutlich zu entlasten, als im Dezember 2006 die SPD Fraktion zusammen mit Bündnis 90/Die Grünen und der FDP beantragt hatten, das Aktienpaket zu verkaufen und den Erlös zur Schuldenreduzierung zu verwenden. Der heutige Landtagsabgeordnete Marcel Hürter hatte damals den Antrag eingebracht und in einer ausführlichen Analyse begründet. Bei einem Aktienkurs von knapp 90 Euro hatte das damalige Aktienpaket im Dezember 2006 einen Marktwert von rund 50 Mio. Euro. Selbst unter Berücksichtigung aller mit einem Verkauf verbundenen Kosten hätten die damaligen Schulden des Kreises um weit mehr als 40 Millionen Euro reduziert werden können. Bei einem aktuellen Kurs von unter 10 € liegt der Wert des Aktienpakets nur noch bei ca. 5 Mio. „Mithin wurden ca. 35 Mio. € an Vermögen des Kreises vernichtet und für diese 35 Mio. € müssen wir noch über viele Jahre Zinsen und Tilgung tragen“, so die Feststellung von Lorenz Denn. Die CDU hatte argumentiert, dass die zukünftigen Dividenden für einen Verbleib der Aktien im Kreisvermögen sprechen würden. Diesen Einnahmen standen laut SPD allerdings immer die entsprechenden Zinsausgaben entgegen. 

Nunmehr ist zu befürchten, dass auch die Dividendenzahlungen in der Zukunft deutlich geringer ausfallen werden und somit die zur Stützung des Kreishaushaltes eingerechneten Einnahmen ausbleiben. Marcel Hürter hatte den damaligen Antrag wie folgt begründet: „Da das Portfolio des Kreises nur die RWE-Aktien umfasst, ist es nicht hinreichend gegen unternehmensspezifische Risiken abgesichert. Der Kreis sollte "nicht alle Eier in einen Korb legen." Vor allem die Verschuldung des Kreises spricht gegen eine solche schuldenfinanzierte Spekulation.“ Während sich eine Reihe von Kommunen in den Jahren 2006 und 2007 von ihren RWE-Aktien getrennt haben, habe der Kreis Ahrweiler spekuliert und so einen großen Schaden erlitten.


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